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besondere veranstaltungen,
aber leider schon vorbei :

www.mai45.de
Ausstellung
und Veranstaltungsreihe
Sie
verweigerten sich - Kriegsdienstverweigerer, Deserteure, Wehrkraftzersetzer,
"Kriegsverräter"
8.
April bis 15. Mai 2010, Stadtbücherei Erlangen (Richard-Wagner
Str. 2) . Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr: 10:00 18:30 Uhr,
Sa 9:00 12:00 Uhr, Mi geschlossen - Eintritt frei
Eröffnung:
8.4.2010, 17:00, Stadtbücherei
mit Beiträgen zu Wehrmachtsdeserteuren und zur Regionalgeschichte.
Frau und Sohn des Widerstandskämpfers und Deserteurs Ludwig Göhring
aus Nürnberg werden anwesend sein.
Sie
verweigerten sich, verweigerten ihre Einberufung zur Wehrmacht, verweigerten
Befehle, desertierten oder verweigerten die Unterstützung an der
so genannten Heimatfront. Gegen diese Menschen, die nicht bereit waren,
den deutschen Angriffs- und Vernichtungskrieg zu bejubeln und mitzutragen,
verhängten die NS-Militärjustiz und die Sondergerichte weit
über 30.000 Todesurteile. Mindestens 20.000 dieser Todesurteile
wurden vollstreckt, darüber hinaus wurden zehntausende von Freiheitsstrafen
ausgesprochen.
Die
Rehabilitierung dieser Menschen in der Bundesrepublik begann spät
und dauerte lange. Sie begann im August 1998 und erst 2009 wurde die
letzte Gruppe, die von den Nationalsozialisten als Kriegsverräter
Beschuldigten, rehabilitiert.
Zur
Erinnerung an Menschen, die einen Beitrag zur Befreiung vom Faschismus
geleistet haben, dafür aber nie geehrt wurden und stattdessen jahrelang
für ihre juristische Rehabilitierung kämpfen mussten, zeigt
der Erlanger Verein zur Förderung alternativer Medien anlässlich
des 8. Mai 2010, des Jahrestages der Befreiung, diese Ausstellung. Konzipiert
wurde sie von einer Berliner Autorengruppe (Hans Canjé, Gerhard
Fischer, Lothar Eberhardt).
Die Ausstellung zeigt geschichtliche Zusammenhänge auf und porträtiert
Einzelpersonen. Verschiedene Widerstandsgruppen, wie etwa die Rote Kapelle,
kommen genauso zur Sprache wie die NS-Karriere des früheren baden-württembergischen
Ministerpräsidenten Filbinger. Der Verein zur Förderung alternativer
Medien hat die Ausstellung um Tafeln zum Nürnberger Sondergerichtshof
und zum Deserteur Ludwig Göhring aus Nürnberg ergänzt.
Weitere
Informationen unter: www.mai45.de
Veranstaltungsreihe
dazu:
Mittwoch
14.4.2010, 20 Uhr
Desertiert.
Der Wehrmachtsdeserteur Ludwig Baumann berichtet über die NS-Zeit
und von seinem langen Kampf für Rehabilitierung der NS-Opfer.
IG Metall-Saal, Friedrichstr. 7, Erlangen - Eintritt frei
Ludwig
Baumann desertierte im Juni 1942 aus der Wehrmacht. Nach seiner Festnahme
wurde er wegen "Fahnenflucht im Felde" zum Tode verurteilt.
Von der Umwandlung der Todesstrafe in eine 12jährige Zuchthausstrafe
erfuhr er erst nach Monaten - die er in der Todeszelle verbracht hatte.
Auch nach Kriegsende wurde er in der BRD - wie andere Deserteure auch
- als "Feigling" geächtet. 1990 gründete Baumann
mit etwa 40 noch lebenden Wehrmachtsdeserteuren und Historikern die
Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz, um eine Aufhebung
der Unrechtsurteile gegen Deserteure, "Wehrkraftzersetzer",
Kriegsverräter" durchzusetzen.
Mittwoch
21.4.2010, 20 Uhr
NS-Richter - Kriegsverräter
Frühe Selbstentlastung der Richter späte Rehabilitierung
der Opfer.
Vortrag von Wolfram Wette, Militärhistoriker und Sachverständiger
im Bundestag
Volkshochschule, Großer Saal, Friedrichstr. 19, Erl. - Eintritt
frei
Es
dauerte ein halbes Jahrhundert, bis der Bundesgerichtshof sich endlich
zu der späten Beichte durchrang: Die Richter, die in der Wehrmachtjustiz
tätig gewesen waren, waren Blutrichter, die sich eigentlich
wegen Rechtsbeugung in Tateinheit mit Kapitalverbrechen hätten
verantworten müssen. Wie konnte es geschehen, dass diese
Täter in der Bundesrepublik unbehelligt ihre Laufbahn fortsetzen
konnten? Weshalb wurde keiner von ihnen von einem Gericht zur Rechenschaft
gezogen? Weshalb hat es so lange gedauert, bis den Opfern endlich Gerechtigkeit
widerfuhr?
Mit diesen Fragen setzt sich der Freiburger Militärhistoriker Professor
Wolfram Wette auseinander, der maßgeblich an der erst im September
2009 erfolgten Rehabilitierung der Kriegsverräter durch
den Deutschen Bundestag beteiligt war.
Mittwoch 28.4.2010, 20 Uhr
Kriegsverbrechen unterm Edelweiß
Kampagne gegen das Pfingsttreffen der Gebirgsjäger in Mittenwald.
Infoladen, Feldstr. 22, Erlangen - Eintritt frei
Gebirgsjäger
der Wehrmacht waren im Zweiten Weltkrieg an verschiedenen Kriegsverbrechen
beteiligt, etwa Massakern an der Zivilbevölkerung in Italien und
Griechenland. Alljährlich zu Pfingsten trifft sich der Kameradenkreis
der Gebirgsjäger in Mittenwald zu einer Gedenkfeier für gefallene
Kameraden dieses Jahr wird das Treffen symbolträchtig am
8. Mai stattfinden. Seit Jahren gibt es eine Kampagne, die sich für
eine Entschädigung der Opfer und eine Verurteilung der Kriegsverbrecher
einsetzt.
Mittwoch
5.5.2010, 20 Uhr
Besser die Hände gefesselt als der Wille
Das Leben des Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter.
Ein Fotofilm von Klaus Ihlau
IG Metall-Saal, Friedrichstr. 7, Erlangen - Eintritt frei
Franz
Jägerstätter kam nicht seiner 'Vaterlandspflicht' nach. Für
seine religiös motivierte Gewissensentscheidung den Kriegsdienst
zu verweigern, wurde er vom Berliner Reichkriegsgericht zum Tode verurteilt
und starb am 9. August 1943 auf dem Schafott im Zuchthaus Brandenburg.
Klaus Ihlau zeichnet in seinem Hörbild die vielfältigen Facetten
der Person Jägerstätters, aber auch die Ambivalenz der Kirche
im Nationalsozialismus nach. Er erzählt von der Dorfgemeinschaft
St. Radegund, in der Franz Jägerstätter lebte und die bis
heute mit dem Phänomen des Kriegsdienstverweigerers Jägerstätter
nicht fertig wird, seine Entscheidung nicht versteht, nicht akzeptieren
kann.
Klaus Ihlau spannt dabei den Bogen bis zur Diskussion um die aktuellen
Kriegsdienstverweigerer und zur Rehabilitierung von Wehrmachtsdeserteuren.
Filme
im E-Werk Kino, Fuchsenwiese, Erlangen:
So
25.4., Di 27.4. jeweils 19:00 Uhr; Mi 28.4., 21:30 Uhr
Die Mörder sind unter uns
Deutschland 1946, 91 Min., Regie: Wolfgang Staudte, mit: Hildegard Knef
u.a., FSK 16
Der
erste deutsche Spielfilm der Nachkriegsgeschichte, gedreht in den Trümmern
von Berlin. Der Militär-Chirurg Dr. Mertens kehrt aus dem Krieg
zurück. Mertens begegnet in Berlin seinem ehemaligen Hauptmann
Brückner. Dieser ließ am Weihnachtsabend 1942 36 Männer,
54 Frauen und 31 Kinder einer polnischen Ortschaft erschießen.
Inzwischen ist Brückner ein beliebter Bürger und erfolgreicher
Geschäftsmann, der aus alten Stahlhelmen Kochtöpfe produziert.
Am Weihnachtsabend 1945 versucht Mertens Brückner zu töten,
doch der Mord wird von Mertens Freundin Susanne Wallner rechtzeitig
verhindert. Sie kann ihn überzeugen, Brückner anzuzeigen,
so dass er vor Gericht gestellt werden kann.
So
9.5., 19:00 Uhr
Rosen für den Staatsanwalt
BRD 1959, 98 Min., Regie: Wolfgang Staudte, mit: Martin Held, Walter
Giller, Ingrid van Bergen, Inge Meysel, Wolfgang Neuss u.a., FSK 12
Der
ehemalige Gefreite Rudi Kleinschmidt trifft im Deutschland von 1955
auf den Oberstaatsanwalt Dr. Schramm. Kriegsgerichtsrat Schramm hatte
Kleinschmidt in den letzten Kriegstagen für den Diebstahl von zwei
Tafeln Schokolade zum Tode verurteilt. Schramm hatte bei der Entnazifizierung
falsche Angaben gemacht und wurde daher wieder in den Justizdienst übernommen.
Schramm fürchtet um seine Karriere und versucht Kleinschmidt aus
der Stadt zu vertreiben. Eine bissige Satire auf die Zustände der
deutschen Justiz in der Adenauer-Ära.

24.02.2010
20.00 Uhr IGM-Saal Friedrichstr. 7 Erlangen
Neonazistinnen - Frauen in der rechten Szene
Film und Informationsveranstaltung
mit Andrea Roepke
Junge Mädchen
und Frauen stellen die zweite Front der Neonazis. Sie wirken
im Hintergrund und ziehen immer häufiger politisch die Fäden.
Neonazistinnen sind dabei, wenn braune Kameraden aufmarschieren, sie
gestalten NPD-Infotische und sorgen für nationalgesinnten Nachwuchs.
Ob als Straßenkämpferin, Gefährtin oder in der traditionellen
völkischen Mutterrolle, weibliche Neonazis repräsentieren
eine Vielfalt an Lifestyles und Lebensvorstellungen. Ihre Anwesenheit
soll für Stabilität innerhalb des nationalistischen Spektrums
sorgen. Sie wollen nicht mehr nur die Freundind eines Neonazis sein.
Revolution
in Baiern 1919
Ausstellung und Veranstaltungen zum 90. Jahrestag der Räterepublik
Programm
und Infos:
http://www.revolution-baiern.de
Do 05.03. bis Fr 17.04.2009
Ausstellung zum 90. Jahrestag von
Freistaat und Räterepublik in Baiern
Stadtbücherei,
Richard-Wagner-Straße 2, Erlangen
Eintritt frei!
Öffnungszeiten: Mo,Di,Do,Fr 10 - 18.30 Uhr
Sa 9 - 12.00 Uhr Mi geschlossen.
Die
Ausstellung in der Stadtbücherei Erlangen soll an die heute
(fast) vergessene revolutionäre Aufbruchstimmung und den
räterepublikanischen Freistaat Baiern erinnern. Fotos,
Kurzbiografien, zeitgeschichtliche Dokumente und Quellentexte geben
Auskunft über den liberalsten Staat, den es je auf deutschem
Boden gab (Willi Winkler, SZ vom 14.7.08).
Die Ausstellung wird durch verschiedene Veranstaltungen ergänzt:
Do
05.03.2009 um 17:00 Uhr
Eröffnung der Ausstellung mit Einführung
Stadtbücherei,
Richard-Wagner-Straße 2, Erlangen
Eintritt frei!
Mi
11.03.2009 um 20:00 Uhr
Die roten Frauen von Riederau
Eine Familiengeschichte in der Zeit der Baierischen Räterepublik
Von und mit Egon Günther und Jule Schröter
IG Metall-Saal, Friedrichstr. 7, Erlangen
Eintritt frei!
Über die Aktivitäten der Gabriele Kaetzler,
ihrer Kinder sowie FreundInnen zu Zeiten der baierischen Räterevolution
sind wir Zynismus der Geschichte nur informiert durch
die Gegner und Feinde eben dieser revolutionären Bewegung: durch
Polizei, Staatsanwälte und Spitzel.
Bei den verwendeten Dokumenten handelt es sich vorwiegend um Briefe,
die bei Hausdurchsuchungen im Mai 1919 in Gabriele Kaetzlers Haus in
Riederau am Westufer des Ammersees beschlagnahmt wurden, aber auch um
Fahndungsaufrufe, Aktennotizen und Vernehmungsprotokolle, die noch heute
in den staatlichen baierischen Archiven lagern.
Egon Günther setzt die Dokumente in den zeitgeschichtlichen Kontext
und weiß darüber hinaus so manches zu erzählen. Die
Schauspielerin Jule Schröter liest aus den Briefen.
Mi
18.03.2009 um 20:00 Uhr
Frauen in der Revolution
Von Nadja Bennewitz, Historikerin aus Nürnberg
IG Metall-Saal, Friedrichstr. 7, Erlangen
Eintritt frei!
Da kam das Starke, Gewaltige, Unerwartete:
der 8. November, der große Kulturtag: die Revolution, zunächst
in Bayern. Die Ketten fielen, die Frau war frei, war Vollpersönlichkeit.
(...) Ich las die Botschaft fast fehlte mir der Glaube,
so schrieb die Frauenrechtlerin des Frankenlandes Dr. Berta
Kipfmüller in der Fränkischen Tagespost.
Wie erlebten Frauen die baierische Revolution und die kurze Zeit der
Räterepublik? Wie sah ihre politische Beteiligung in den Räten
aus? Teilten alle revolutionären Anhänger die gleiche
Sehnsucht nach Befreiung von jeder Knechtschaft, nach Freiheit und Gerechtigkeit
von Mann und Frau, wie die prominente Vertreterin der radikalen
Frauenbewegung Lida Gustava Heymann es formulierte?
Fr
20.03.2009 19:30 Uhr
Film - anschließend Diskussion mit zwei
MitarbeiterInnen des Filmteams
"Es geht durch die Welt ein Geflüster"
ZeitzeugInnen der Münchner Revolution & Räterepublik 1918/19;
45 Min. Boa Videofilmkunst, Regie: Ulrike Bez 1989
In Kooperation mit der E-Werk Kinogruppe!
Kino im E-Werk, Fuchsenwiese 1, Erlangen
Eintritt 4 €
In dem Dokumentarfilm sind viele zeitgeschichtliche
Filmdokumente zu sehen. Ergänzt werden diese Originalaufnahmen
durch zahlreiche Interviews. Die Besonderheit dieses Films besteht darin,
dass es den RegisseurInnen gelang, 1989, zum 70. Jahrestag, die letzten
noch lebenden ZeitzeugInnen und AltivistInnen aus der Münchener
Rätezeit zu interviewen.
Nach dem Film werden zwei MitarbeiterInnen des Filmteams über die
baierische Räterepublik und die Entstehung des Films referieren
und für Fragen zur Verfügung stehen.
Fr
27.03.2009
um
20:00 Uhr
Film "Rotmord"
Min. BRD 1967. Buch: Tankred Dorst, Peter Zadek
Darsteller: Gerd Baltus, Ingrid Resch, Wolfgang Neuss, Hans Schweickart,
Jürgen Flimm, Erich Fried
Laden in der Feldstraße, Feldstr. 22, Erlangen, Eintritt frei!85
Die Grundlage von Rotmord ist Tankred Dorsts Theaterstück
Toller. Dorst hat in seinem Stück die Situation der Münchner
Räterepublik zum Anlass genommen, um theatralisch die Frage nach
dem Zusammenhang von intellektuellen und Revolution zu formulieren.
Zadek hat die Szenen von Rotmord zunächst gefilmt, um sie dann
elektronisch zu verfremden. Eine dialektische Fernsehcollage zum Thema
Revolution.
Weitere
Infos:
http://www.revolution-baiern.de

Neonazis
in Nadelstreifen.
Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft
Veranstaltung
mit der Autorin des gleichlautenden Buches
Mittwoch 9.
Juli 2008 20.00 IGM-Saal Erlangen
(Friedrichstraße 7)
"Neonazis
in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in die MItte der Gesellschaft"
ist das neue Buch von Andrea Roepke und Andreas Speit.
Verlagsinfo:
In den letzten Jahren konnte die NPD nicht nur Wahlerfolge in Ost und
West verbuchen. Gemeinsam mit den außerhalb der Parlamente agierenden
»Freien Kameradschaften « ist es ihr gelungen, vielerorts
eine rechte Alltagskultur zu etablieren. Der Grund dafür ist ein
Strategiewechsel, mit dem sie sich zugleich ein neues Image zu geben
versucht: Sie greift soziale Ängste und regionale Probleme auf,
und ihre Mitglieder engagieren sich verstärkt in Vereinen und ehrenamtlichen
Initiativen. Dabei stützt sich die NPD auf ein bundesweites Netzwerk
von Kameradschaften, Wirtschaftsunternehmen und Organisationen. Als
harmlos erscheinende Bürgerinitiativen setzen sie sich zudem für
Stadtteil- und Gemeindethemen ein. Doch auch im Gewand des Biedermannes
werden die alten völkischen Botschaften verbreitet, hinter der
Bürgernähe steht eine straff geführte Organisation, und
die Zahl rechtsextremer Gewalttaten nimmt weiter zu. Dieses Buch gibt
einen Überblick und deckt Hintergründe auf.
Andrea
Röpke wird das Buch in Erlangen vorstellen. Dabei wird sie auch
auf die Kindererziehung der "Heimattreuen Deutschen Jugend eingehen",
die auch in Franken aktiv ist.
Andrea
Röpke ist Politologin und freie Journalistin. Ihr Spezialgebiet:
Nationalsozialismus und Rechtsextremismus. Neben den diversen Fernsehmagazinen
wie »Panorama«, »Fakt«, »Kennzeichen D«
und »Spiegel TV« wurden ihre aufwendigen Inside-Recherchen
im Neonazi-Milieu auch in »Spiegel«, »Focus«
und »Stern« veröffentlicht. 2007 als »Reporterin
des Jahres« und mit dem Medienpreis »Leuchtturm« des
Netzwerks Recherche ausgezeichnet.
Bücher im Ch. Links Verlag: »Stille Hilfe für braune
Kameraden. Das geheime Netzwerk der Alt- und Neonazis« (mit Oliver
Schröm), 2001; »Braune Kameradschaften. Die neuen Netzwerke
der militanten Neonazis« (mit Andreas Speit), 2004; »Neonazis
in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft«
(mit Andreas Speit Hg.), 2008.
Kontrollierte
Städte -
Ausgrenzung und Sicherheitspolitik im >Unternehmen Stadt<
Vortrag und
Diskussion mit Volker Eick
Freitag
11. April 2008 20.00 Uhr
Gemeindehaus
am Bohlenplatz Erlangen

Privater Sicherheitsdienst
an der Rückseite der Arcaden Erlangen
Die Stadt für alle hat ausgedient:
Privatisierung von städtischer Infrastruktur und öffentlichem
Raum, Videoüberwachung und der Einsatz von Securitys prägen
die heutigen Großstädte.
Stadtpolitik ist zur Standortpolitik geworden, was zählt ist die
wirtschaftliche Attraktivität.
Innenstädte werden aufgebrezelt und zu Zonen organisierter
Sicherheit. Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit (SOS)- einher gehen Kontrollen
und die Ausgrenzung von "störenden" Gruppen wie Wohnungslosen,
MigrantInnen und Jugendlichen.
Volker Eick ist Politikwissenschaftler
aus Berlin und wird in seinem Vortrag den institutionellen und sozialen
Prozessen in den Städten des 21. Jahrhunderts nachgehen.
Sonntag
28.05.06 20.00 Uhr
media.art.zentrum Erlangen (Helmstr.
1)
"Mein
Leben vor, in und nach Theresienstadt"
Vortrag und Gespräch mit der Zeitzeugin Inge
Auerbacher, Autorin, New York
Seitdem Inge Auerbacher ab
1941 den gelben Stern tragen musste, wurde auch für sie der herrschende
Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft deutlich spürbar.
1942 wurde sie mit ihrer Mutter und ihrem Vater in das Konzentrationslager
Theresienstadt deportiert. Zusammen mit ihren Eltern überlebte
sie die KZ-Haft in diesem nationalsozialistischen "Musterghetto".
Bei ihrer Befreiung war sie erst 10 Jahre alt. Ihre Familie wanderte
in die USA aus, wo Inge Auerbacher noch heute lebt und als Zeitzeugin
aktiv ist.
Mittwoch
22.03.06 20.00 Uhr
Feldstr. 22 Erlangen
ZÜRI
BRÄNNT
Die Video-Chronik des heißen Sommers
von 1980
"Es
dauerte lange, bis Zürich brannte. Und als es endlich Feuer gefangen
hatte, fand dieses keine Nahrung. Denn Beton tönt hohl und will
nicht brennen."
Am
30. Mai 1980 protestierten Zürcher Jugendliche gegen den 62 Millionen
teuren Umbau der Oper und forderten stattdessen bezahlbaren Wohnraum
und ein autonomes Jugendzentrum. Der Opernhauskrawall war nur eine von
zahlreichen Demonstrationen, Besetzungen und anderen Aktionen, mit welchen
die Jugendlichen im "heißen Sommer" 1980 gegen die "Behäbigkeit
und den verstaubten Mief des konservativen Bürgertums in der Zwinglistadt"
aufbegehrten. Mit eindringlicher Beharrlichkeit forderten sie Raum und
Geld für ihre Anliegen. Der Konflikt zwischen den Jugendlichen
und der bürgerlichen Mehrheit in Zürich eskalierte in Straßenkämpfen
zwischen Demonstrantinnen und Polizei. In den Straßen von Zürich
kam es zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen, die
während eines Jahres immer wieder aufflammten.
Die Video-Aktivistinnen des Videoladens in Zürich waren mit auf
der Straße und zeichneten die Zusammenstöße zwischen
den Demonstranten und der "Trachtengruppe Urania" (Stadtpolizei
Zürich, domiziliert im Haus Urania) auf. Daraus entstand ZÜRI
BRÄNNT, der Kultfilm der Jugendbewegung, der Aufsehen weit über
die Landesgrenzen hinaus erregte. Seine wilde Dynamik und sein ironischer
Humor waren und sind einzigartig im Schweizer Film.
Das
25-jährige Jubiläum des Opernhauskrawalls hat der Videoladen
zum Anlass genommen, die vom Zahn der Zeit gezeichneten Videobänder
zu restaurieren und in ihrer ursprünglich intendierten Fassung
als DVD wieder zu veröffentlichen - ein eindrückliches und
einzigartiges Zeitdokument.
Hedy
Epstein
Meine Arbeit beim Nürnberger Ärzteprozess
1946/1947
17. Oktober
2005, 20.00 Uhr, media.art.zentrum (Erlangen Helmstr. 1)
Hedy Epstein,
geboren 1924, wuchs als jüdisches Mädchen in Nazi-Deutschland
auf und wurde 1939 mit einem der Kindertransporte nach London gebracht.
Ihre Eltern überlebten den Holocaust nicht.
Nach Kriegsende
kehrte sie zurück nach Deutschland. Von Juli 1946 bis März
1948 arbeitete sie als "Research Analyst" für die Nürnberger
Ärzteprozesse.
Wenig später wanderte sie in die USA aus, wo sie seither in unterschiedlichen
Bürgerrechtsbewegungen aktiv ist.
In Erlangen
wird Hedy Epstein über ihre Recherchearbeiten zu den Nürnberger
Ärzteprozessen berichten. Den beschuldigten Ärzten wurde vorgeworfen,
medizinische Experimente an KZ-Häftlingen vorgenommen zu haben.

"Subitoys"
New toys for a new world!
Spielzeuge erobern
die Welt!
weiter
so geht revolution
Mittwoch, 9. Juli, 19.00 Uhr, E-Werk-Kino Erlangen:
sneak preview mit Videoclips, Dias und Musik
Donnerstag, 10.
Juli, 20.00 Uhr, Kofferfabrik Fürth:
Ausstellungseröffnung auch mit Videoclips, Dias und Musik
Der Ludwigsburger
Mediologe Maier sammelt seit langer Zeit Werbeanzeigen, die mit dem
Thema Revolution jonglieren, dazu Videoclips von Straßenschlachten,
deren Zweck es ist, Produkte an Mann und Frau zu bringen.
weiter
... aus einer
fremden und seltsamen welt
...
...
und aus nyc: Surveillance
Camera Players:
"It´s
O.K., officer"

waren am 23. Mai 2002 in Nürnberg
Bilder
vom "Surveillance Camera
Walk" in Nürnberg
Seit
vielen Jahren arbeitet eine New Yorker Gruppe, die sich selbst Surveillance
Camera Players, frei übersetzt Überwachungskameraspieler"
nennen, zu Themen die derzeit auch hierzulande Gegenstand kontroverser
Debatten sind. Ihr Arbeitsfeld ist der Einsatz von Videokameras zu Überwachung
des öffentlichen Raumes zur Eindämmung von Straftaten und
Erhöhung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bürger
an vermeintlichen Brennpunkten in innerstädtischen Bereichen.
weiter


Schweinderl
auf Abwegen
Büro des Erlanger Vereins zur
Förderung alternativer Medien von der Polizei durchsucht
Vier Polizeibeamte und ein
Vertreter der Stadt Erlangen fanden sich am Morgen des 20. April beim
Büro des Erlanger Vereins zur Förderung alternativer Medien
zur Hausdurchsuchung ein. Eine Richterin des Amtsgerichts Erlangen hatte
diesen Besuch angeordnet. Als "Beweismittel" wurden drei Plakate
beschlagnahmt.
Eins davon hing im Schaufenster und ist nach Ansicht des Erlanger Gerichts
Anlass genug um die Büroräume durchstöbern zu lassen.
Bundesweit wurde dieses Plakat der Roten Hilfe verteilt und ausgehangen.
Es thematisiert ein Berufsverbot gegen einen Heidelberger Realschullehrer.
Die Reaktion der Erlanger Polizei ist allerdings einzigartig - ähnliche
Fälle sind bundesweit nicht bekannt.
Unter der Schlagzeile "Das neue Heidelberger Schloss" ist
auf dem Poster vor der Kulisse des Heidelberger Schlosses eine Person
mit Vorhängeschloss an den Lippen abgebildet. Die Fußzeile
ist - auf den ersten Blick - mit einem kleinen Emblem versehen, das
dem Wappen von Baden-Württemberg ähnelt. Allerdings vermisst
man beim näheren Hinsehen die drei Löwen, diese wurden durch
drei Schweine ersetzt. Das sei, behauptet das Erlanger Gericht, strafbar
als Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole. Gegen den Vereinsvorstand
wird nun ermittelt, ob er diesen Plakatanschlag veranlasst oder gebilligt
habe.

Sonja Brünzels vom Verein
zur Förderung alternativer Medien warnt davor, diesen Vorfall auf
die leichte Schulter zu nehmen: "Die Richterin hat recht getan.
Gerade das Wahrzeichen des bayerischen Freistaates wäre ein willfähriges
Objekt. Nicht auszudenken, würde eines Tages die Volkskrone, die
im Zentrum des Wappens steht, von Schweinen gehalten, die noch dazu
die Zunge herausstrecken."
Inzwischen wurde das Ermittlungsverfahren
eingestellt. Was für den Erlanger Verein nicht überraschend
kam. So ganz ernst genommen hat man dort die Anschuldigungen ohnehin
nicht.
Wegen Lächerlichkeit
wurde das Verfahren nun aber nicht niedergeschlagen. Jedenfalls nicht
offiziell. Sondern weil es wahrscheinlich nicht nachweisbar sei - erläutert
Bernhard Wankel, Pressesprecher der Nürnberger Justiz - wer für
dne Aushang des Plakats verantwortlich ist.

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