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besondere veranstaltungen, aber leider schon vorbei :

Wir kapitulieren nie!

www.mai45.de

Ausstellung und Veranstaltungsreihe

Sie verweigerten sich - Kriegsdienstverweigerer, Deserteure, Wehrkraftzersetzer, "Kriegsverräter"

8. April bis 15. Mai 2010, Stadtbücherei Erlangen (Richard-Wagner Str. 2) . Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr: 10:00 – 18:30 Uhr, Sa 9:00 – 12:00 Uhr, Mi geschlossen - Eintritt frei
Eröffnung: 8.4.2010, 17:00, Stadtbücherei
mit Beiträgen zu Wehrmachtsdeserteuren und zur Regionalgeschichte. Frau und Sohn des Widerstandskämpfers und Deserteurs Ludwig Göhring aus Nürnberg werden anwesend sein.

Sie verweigerten sich, verweigerten ihre Einberufung zur Wehrmacht, verweigerten Befehle, desertierten oder verweigerten die Unterstützung an der so genannten Heimatfront. Gegen diese Menschen, die nicht bereit waren, den deutschen Angriffs- und Vernichtungskrieg zu bejubeln und mitzutragen, verhängten die NS-Militärjustiz und die Sondergerichte weit über 30.000 Todesurteile. Mindestens 20.000 dieser Todesurteile wurden vollstreckt, darüber hinaus wurden zehntausende von Freiheitsstrafen ausgesprochen.

Die Rehabilitierung dieser Menschen in der Bundesrepublik begann spät und dauerte lange. Sie begann im August 1998 und erst 2009 wurde die letzte Gruppe, die von den Nationalsozialisten als „Kriegsverräter“ Beschuldigten, rehabilitiert.

Zur Erinnerung an Menschen, die einen Beitrag zur Befreiung vom Faschismus geleistet haben, dafür aber nie geehrt wurden und stattdessen jahrelang für ihre juristische Rehabilitierung kämpfen mussten, zeigt der Erlanger Verein zur Förderung alternativer Medien anlässlich des 8. Mai 2010, des Jahrestages der Befreiung, diese Ausstellung. Konzipiert wurde sie von einer Berliner Autorengruppe (Hans Canjé, Gerhard Fischer, Lothar Eberhardt).
Die Ausstellung zeigt geschichtliche Zusammenhänge auf und porträtiert Einzelpersonen. Verschiedene Widerstandsgruppen, wie etwa die Rote Kapelle, kommen genauso zur Sprache wie die NS-Karriere des früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten Filbinger. Der Verein zur Förderung alternativer Medien hat die Ausstellung um Tafeln zum Nürnberger Sondergerichtshof und zum Deserteur Ludwig Göhring aus Nürnberg ergänzt.

Weitere Informationen unter: www.mai45.de

Veranstaltungsreihe dazu:

Mittwoch 14.4.2010, 20 Uhr
Desertiert.
Der Wehrmachtsdeserteur Ludwig Baumann berichtet über die NS-Zeit und von seinem langen Kampf für Rehabilitierung der NS-Opfer.
IG Metall-Saal, Friedrichstr. 7, Erlangen - Eintritt frei

Ludwig Baumann desertierte im Juni 1942 aus der Wehrmacht. Nach seiner Festnahme wurde er wegen "Fahnenflucht im Felde" zum Tode verurteilt. Von der Umwandlung der Todesstrafe in eine 12jährige Zuchthausstrafe erfuhr er erst nach Monaten - die er in der Todeszelle verbracht hatte.
Auch nach Kriegsende wurde er in der BRD - wie andere Deserteure auch - als "Feigling" geächtet. 1990 gründete Baumann mit etwa 40 noch lebenden Wehrmachtsdeserteuren und Historikern die Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz, um eine Aufhebung der Unrechtsurteile gegen Deserteure, "Wehrkraftzersetzer", Kriegsverräter" durchzusetzen.

Mittwoch 21.4.2010, 20 Uhr
NS-Richter - „Kriegsverräter“
Frühe Selbstentlastung der Richter – späte Rehabilitierung der Opfer.
Vortrag von Wolfram Wette, Militärhistoriker und Sachverständiger im Bundestag
Volkshochschule, Großer Saal, Friedrichstr. 19, Erl. - Eintritt frei

Es dauerte ein halbes Jahrhundert, bis der Bundesgerichtshof sich endlich zu der späten Beichte durchrang: Die Richter, die in der Wehrmachtjustiz tätig gewesen waren, waren „Blutrichter“, die sich eigentlich „wegen Rechtsbeugung in Tateinheit mit Kapitalverbrechen hätten verantworten müssen“. Wie konnte es geschehen, dass diese Täter in der Bundesrepublik unbehelligt ihre Laufbahn fortsetzen konnten? Weshalb wurde keiner von ihnen von einem Gericht zur Rechenschaft gezogen? Weshalb hat es so lange gedauert, bis den Opfern endlich Gerechtigkeit widerfuhr?
Mit diesen Fragen setzt sich der Freiburger Militärhistoriker Professor Wolfram Wette auseinander, der maßgeblich an der erst im September 2009 erfolgten Rehabilitierung der „Kriegsverräter“ durch den Deutschen Bundestag beteiligt war.


Mittwoch 28.4.2010, 20 Uhr
Kriegsverbrechen unterm Edelweiß
Kampagne gegen das Pfingsttreffen der Gebirgsjäger in Mittenwald.
Infoladen, Feldstr. 22, Erlangen - Eintritt frei

Gebirgsjäger der Wehrmacht waren im Zweiten Weltkrieg an verschiedenen Kriegsverbrechen beteiligt, etwa Massakern an der Zivilbevölkerung in Italien und Griechenland. Alljährlich zu Pfingsten trifft sich der Kameradenkreis der Gebirgsjäger in Mittenwald zu einer Gedenkfeier für gefallene Kameraden – dieses Jahr wird das Treffen symbolträchtig am 8. Mai stattfinden. Seit Jahren gibt es eine Kampagne, die sich für eine Entschädigung der Opfer und eine Verurteilung der Kriegsverbrecher einsetzt.

Mittwoch 5.5.2010, 20 Uhr
Besser die Hände gefesselt als der Wille
Das Leben des Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter.
Ein Fotofilm von Klaus Ihlau

IG Metall-Saal, Friedrichstr. 7, Erlangen - Eintritt frei

Franz Jägerstätter kam nicht seiner 'Vaterlandspflicht' nach. Für seine religiös motivierte Gewissensentscheidung den Kriegsdienst zu verweigern, wurde er vom Berliner Reichkriegsgericht zum Tode verurteilt und starb am 9. August 1943 auf dem Schafott im Zuchthaus Brandenburg.
Klaus Ihlau zeichnet in seinem Hörbild die vielfältigen Facetten der Person Jägerstätters, aber auch die Ambivalenz der Kirche im Nationalsozialismus nach. Er erzählt von der Dorfgemeinschaft St. Radegund, in der Franz Jägerstätter lebte und die bis heute mit dem Phänomen des Kriegsdienstverweigerers Jägerstätter nicht fertig wird, seine Entscheidung nicht versteht, nicht akzeptieren kann.
Klaus Ihlau spannt dabei den Bogen bis zur Diskussion um die aktuellen Kriegsdienstverweigerer und zur Rehabilitierung von Wehrmachtsdeserteuren.

Filme im E-Werk Kino, Fuchsenwiese, Erlangen:

So 25.4., Di 27.4. jeweils 19:00 Uhr; Mi 28.4., 21:30 Uhr
Die Mörder sind unter uns
Deutschland 1946, 91 Min., Regie: Wolfgang Staudte, mit: Hildegard Knef u.a., FSK 16

Der erste deutsche Spielfilm der Nachkriegsgeschichte, gedreht in den Trümmern von Berlin. Der Militär-Chirurg Dr. Mertens kehrt aus dem Krieg zurück. Mertens begegnet in Berlin seinem ehemaligen Hauptmann Brückner. Dieser ließ am Weihnachtsabend 1942 36 Männer, 54 Frauen und 31 Kinder einer polnischen Ortschaft erschießen. Inzwischen ist Brückner ein beliebter Bürger und erfolgreicher Geschäftsmann, der aus alten Stahlhelmen Kochtöpfe produziert. Am Weihnachtsabend 1945 versucht Mertens Brückner zu töten, doch der Mord wird von Mertens Freundin Susanne Wallner rechtzeitig verhindert. Sie kann ihn überzeugen, Brückner anzuzeigen, so dass er vor Gericht gestellt werden kann.

So 9.5., 19:00 Uhr
Rosen für den Staatsanwalt
BRD 1959, 98 Min., Regie: Wolfgang Staudte, mit: Martin Held, Walter Giller, Ingrid van Bergen, Inge Meysel, Wolfgang Neuss u.a., FSK 12

Der ehemalige Gefreite Rudi Kleinschmidt trifft im Deutschland von 1955 auf den Oberstaatsanwalt Dr. Schramm. Kriegsgerichtsrat Schramm hatte Kleinschmidt in den letzten Kriegstagen für den Diebstahl von zwei Tafeln Schokolade zum Tode verurteilt. Schramm hatte bei der Entnazifizierung falsche Angaben gemacht und wurde daher wieder in den Justizdienst übernommen. Schramm fürchtet um seine Karriere und versucht Kleinschmidt aus der Stadt zu vertreiben. Eine bissige Satire auf die Zustände der deutschen Justiz in der Adenauer-Ära.

 

 

24.02.2010
20.00 Uhr IGM-Saal Friedrichstr. 7 Erlangen

Neonazistinnen - Frauen in der rechten Szene
Film und Informationsveranstaltung
mit Andrea Roepke

Junge Mädchen und Frauen stellen die “zweite Front” der Neonazis. Sie wirken im Hintergrund und ziehen immer häufiger politisch die Fäden. Neonazistinnen sind dabei, wenn braune Kameraden aufmarschieren, sie gestalten NPD-Infotische und sorgen für nationalgesinnten Nachwuchs. Ob als Straßenkämpferin, Gefährtin oder in der traditionellen völkischen Mutterrolle, weibliche Neonazis repräsentieren eine Vielfalt an Lifestyles und Lebensvorstellungen. Ihre Anwesenheit soll für Stabilität innerhalb des nationalistischen Spektrums sorgen. Sie wollen nicht mehr nur die Freundind eines Neonazis sein.

Revolution in Baiern 1919
Ausstellung und Veranstaltungen zum 90. Jahrestag der Räterepublik

Programm und Infos:

http://www.revolution-baiern.de


Do 05.03. bis Fr 17.04.2009
Ausstellung zum 90. Jahrestag von Freistaat und Räterepublik in Baiern

Stadtbücherei, Richard-Wagner-Straße 2, Erlangen
Eintritt frei!
Öffnungszeiten: Mo,Di,Do,Fr 10 - 18.30 Uhr
Sa 9 - 12.00 Uhr Mi geschlossen.

Die Ausstellung in der Stadtbücherei Erlangen soll an die heute
(fast) vergessene revolutionäre Aufbruchstimmung und den
räterepublikanischen „Freistaat Baiern“ erinnern. Fotos, Kurzbiografien, zeitgeschichtliche Dokumente und Quellentexte geben Auskunft über den „liberalsten Staat, den es je auf deutschem Boden gab“ (Willi Winkler, SZ vom 14.7.08).

Die Ausstellung wird durch verschiedene Veranstaltungen ergänzt:

Do 05.03.2009 um 17:00 Uhr
Eröffnung der Ausstellung mit Einführung
Stadtbücherei
, Richard-Wagner-Straße 2, Erlangen
Eintritt frei!

Mi 11.03.2009 um 20:00 Uhr
Die roten Frauen von Riederau

Eine Familiengeschichte in der Zeit der Baierischen Räterepublik
Von und mit Egon Günther und Jule Schröter
IG Metall-Saal, Friedrichstr. 7, Erlangen
Eintritt frei!
Über die Aktivitäten der Gabriele Kaetzler, ihrer Kinder sowie FreundInnen zu Zeiten der baierischen Räterevolution sind wir – Zynismus der Geschichte – nur informiert durch die Gegner und Feinde eben dieser revolutionären Bewegung: durch Polizei, Staatsanwälte und Spitzel.
Bei den verwendeten Dokumenten handelt es sich vorwiegend um Briefe, die bei Hausdurchsuchungen im Mai 1919 in Gabriele Kaetzlers Haus in Riederau am Westufer des Ammersees beschlagnahmt wurden, aber auch um Fahndungsaufrufe, Aktennotizen und Vernehmungsprotokolle, die noch heute in den staatlichen baierischen Archiven lagern.
Egon Günther setzt die Dokumente in den zeitgeschichtlichen Kontext und weiß darüber hinaus so manches zu erzählen. Die Schauspielerin Jule Schröter liest aus den Briefen.

Mi 18.03.2009 um 20:00 Uhr
Frauen in der Revolution

Von Nadja Bennewitz, Historikerin aus Nürnberg
IG Metall-Saal, Friedrichstr. 7, Erlangen
Eintritt frei!
„Da kam das Starke, Gewaltige, Unerwartete: der 8. November, der große Kulturtag: die Revolution, zunächst in Bayern. Die Ketten fielen, die Frau war frei, war Vollpersönlichkeit. (...) Ich las die Botschaft – fast fehlte mir der Glaube“, so schrieb die „Frauenrechtlerin des Frankenlandes“ Dr. Berta Kipfmüller in der „Fränkischen Tagespost“.
Wie erlebten Frauen die baierische Revolution und die kurze Zeit der Räterepublik? Wie sah ihre politische Beteiligung in den Räten aus? Teilten alle revolutionären Anhänger die „gleiche Sehnsucht nach Befreiung von jeder Knechtschaft, nach Freiheit und Gerechtigkeit von Mann und Frau“, wie die prominente Vertreterin der radikalen Frauenbewegung Lida Gustava Heymann es formulierte?

Fr 20.03.2009 19:30 Uhr
Film - anschließend Diskussion mit zwei MitarbeiterInnen des Filmteams
"Es geht durch die Welt ein Geflüster"

ZeitzeugInnen der Münchner Revolution & Räterepublik 1918/19; 45 Min. Boa Videofilmkunst, Regie: Ulrike Bez 1989
In Kooperation mit der E-Werk Kinogruppe!
Kino im E-Werk, Fuchsenwiese 1, Erlangen
Eintritt 4 €
In dem Dokumentarfilm sind viele zeitgeschichtliche Filmdokumente zu sehen. Ergänzt werden diese Originalaufnahmen durch zahlreiche Interviews. Die Besonderheit dieses Films besteht darin, dass es den RegisseurInnen gelang, 1989, zum 70. Jahrestag, die letzten noch lebenden ZeitzeugInnen und AltivistInnen aus der Münchener Rätezeit zu interviewen.
Nach dem Film werden zwei MitarbeiterInnen des Filmteams über die baierische Räterepublik und die Entstehung des Films referieren und für Fragen zur Verfügung stehen.

Fr 27.03.2009 um 20:00 Uhr
Film "Rotmord"
Min. BRD 1967. Buch: Tankred Dorst, Peter Zadek
Darsteller: Gerd Baltus, Ingrid Resch, Wolfgang Neuss, Hans Schweickart, Jürgen Flimm, Erich Fried
Laden in der Feldstraße,
Feldstr. 22, Erlangen, Eintritt frei!
85
Die Grundlage von Rotmord ist Tankred Dorsts Theaterstück Toller. Dorst hat in seinem Stück die Situation der Münchner Räterepublik zum Anlass genommen, um theatralisch die Frage nach dem Zusammenhang von intellektuellen und Revolution zu formulieren. Zadek hat die Szenen von Rotmord zunächst gefilmt, um sie dann elektronisch zu verfremden. Eine dialektische Fernsehcollage zum Thema Revolution.

Weitere Infos:

http://www.revolution-baiern.de

Buchtitel Neonazis in Nadelstreifen

 

 

 

Neonazis in Nadelstreifen.
Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft

Veranstaltung mit der Autorin des gleichlautenden Buches

Mittwoch 9. Juli 2008 20.00 IGM-Saal Erlangen

(Friedrichstraße 7)

"Neonazis in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in die MItte der Gesellschaft" ist das neue Buch von Andrea Roepke und Andreas Speit.

Verlagsinfo: In den letzten Jahren konnte die NPD nicht nur Wahlerfolge in Ost und West verbuchen. Gemeinsam mit den außerhalb der Parlamente agierenden »Freien Kameradschaften « ist es ihr gelungen, vielerorts eine rechte Alltagskultur zu etablieren. Der Grund dafür ist ein Strategiewechsel, mit dem sie sich zugleich ein neues Image zu geben versucht: Sie greift soziale Ängste und regionale Probleme auf, und ihre Mitglieder engagieren sich verstärkt in Vereinen und ehrenamtlichen Initiativen. Dabei stützt sich die NPD auf ein bundesweites Netzwerk von Kameradschaften, Wirtschaftsunternehmen und Organisationen. Als harmlos erscheinende Bürgerinitiativen setzen sie sich zudem für Stadtteil- und Gemeindethemen ein. Doch auch im Gewand des Biedermannes werden die alten völkischen Botschaften verbreitet, hinter der Bürgernähe steht eine straff geführte Organisation, und die Zahl rechtsextremer Gewalttaten nimmt weiter zu. Dieses Buch gibt einen Überblick und deckt Hintergründe auf.

Andrea Röpke wird das Buch in Erlangen vorstellen. Dabei wird sie auch auf die Kindererziehung der "Heimattreuen Deutschen Jugend eingehen", die auch in Franken aktiv ist.

Andrea Röpke ist Politologin und freie Journalistin. Ihr Spezialgebiet: Nationalsozialismus und Rechtsextremismus. Neben den diversen Fernsehmagazinen wie »Panorama«, »Fakt«, »Kennzeichen D« und »Spiegel TV« wurden ihre aufwendigen Inside-Recherchen im Neonazi-Milieu auch in »Spiegel«, »Focus« und »Stern« veröffentlicht. 2007 als »Reporterin des Jahres« und mit dem Medienpreis »Leuchtturm« des Netzwerks Recherche ausgezeichnet.
Bücher im Ch. Links Verlag: »Stille Hilfe für braune Kameraden. Das geheime Netzwerk der Alt- und Neonazis« (mit Oliver Schröm), 2001; »Braune Kameradschaften. Die neuen Netzwerke der militanten Neonazis« (mit Andreas Speit), 2004; »Neonazis in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft« (mit Andreas Speit Hg.), 2008.

 

Kontrollierte Städte -
Ausgrenzung und Sicherheitspolitik im >Unternehmen Stadt<

Vortrag und Diskussion mit Volker Eick
Freitag 11. April 2008 20.00 Uhr
Gemeindehaus am Bohlenplatz Erlangen

Sicherheitsdienst Arcaden Erlangen
Privater Sicherheitsdienst an der Rückseite der Arcaden Erlangen

Die Stadt für alle hat ausgedient:
Privatisierung von städtischer Infrastruktur und öffentlichem Raum, Videoüberwachung und der Einsatz von Securitys prägen
die heutigen Großstädte.
Stadtpolitik ist zur Standortpolitik geworden, was zählt ist die
wirtschaftliche Attraktivität.
Innenstädte werden aufgebrezelt und zu Zonen organisierter
Sicherheit. Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit (SOS)- einher gehen Kontrollen und die Ausgrenzung von "störenden" Gruppen wie Wohnungslosen, MigrantInnen und Jugendlichen.

Volker Eick ist Politikwissenschaftler aus Berlin und wird in seinem Vortrag den institutionellen und sozialen Prozessen in den Städten des 21. Jahrhunderts nachgehen.

Sonntag 28.05.06 20.00 Uhr
media.art.zentrum Erlangen
(Helmstr. 1)

"Mein Leben vor, in und nach Theresienstadt"
Vortrag und Gespräch mit der Zeitzeugin Inge Auerbacher, Autorin, New York

Seitdem Inge Auerbacher ab 1941 den gelben Stern tragen musste, wurde auch für sie der herrschende Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft deutlich spürbar. 1942 wurde sie mit ihrer Mutter und ihrem Vater in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Zusammen mit ihren Eltern überlebte sie die KZ-Haft in diesem nationalsozialistischen "Musterghetto". Bei ihrer Befreiung war sie erst 10 Jahre alt. Ihre Familie wanderte in die USA aus, wo Inge Auerbacher noch heute lebt und als Zeitzeugin aktiv ist.


Mittwoch 22.03.06 20.00 Uhr
Feldstr. 22 Erlangen

ZÜRI BRÄNNT
Die Video-Chronik des heißen Sommers von 1980

"Es dauerte lange, bis Zürich brannte. Und als es endlich Feuer gefangen hatte, fand dieses keine Nahrung. Denn Beton tönt hohl und will nicht brennen."

Am 30. Mai 1980 protestierten Zürcher Jugendliche gegen den 62 Millionen teuren Umbau der Oper und forderten stattdessen bezahlbaren Wohnraum und ein autonomes Jugendzentrum. Der Opernhauskrawall war nur eine von zahlreichen Demonstrationen, Besetzungen und anderen Aktionen, mit welchen die Jugendlichen im "heißen Sommer" 1980 gegen die "Behäbigkeit und den verstaubten Mief des konservativen Bürgertums in der Zwinglistadt" aufbegehrten. Mit eindringlicher Beharrlichkeit forderten sie Raum und Geld für ihre Anliegen. Der Konflikt zwischen den Jugendlichen und der bürgerlichen Mehrheit in Zürich eskalierte in Straßenkämpfen zwischen Demonstrantinnen und Polizei. In den Straßen von Zürich kam es zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen, die während eines Jahres immer wieder aufflammten.
Die Video-Aktivistinnen des Videoladens in Zürich waren mit auf der Straße und zeichneten die Zusammenstöße zwischen den Demonstranten und der "Trachtengruppe Urania" (Stadtpolizei Zürich, domiziliert im Haus Urania) auf. Daraus entstand ZÜRI BRÄNNT, der Kultfilm der Jugendbewegung, der Aufsehen weit über die Landesgrenzen hinaus erregte. Seine wilde Dynamik und sein ironischer Humor waren und sind einzigartig im Schweizer Film.

Das 25-jährige Jubiläum des Opernhauskrawalls hat der Videoladen zum Anlass genommen, die vom Zahn der Zeit gezeichneten Videobänder zu restaurieren und in ihrer ursprünglich intendierten Fassung als DVD wieder zu veröffentlichen - ein eindrückliches und einzigartiges Zeitdokument.

Hedy Epstein
Meine Arbeit beim Nürnberger Ärzteprozess 1946/1947

17. Oktober 2005, 20.00 Uhr, media.art.zentrum (Erlangen Helmstr. 1)

Hedy Epstein, geboren 1924, wuchs als jüdisches Mädchen in Nazi-Deutschland auf und wurde 1939 mit einem der Kindertransporte nach London gebracht. Ihre Eltern überlebten den Holocaust nicht.

Nach Kriegsende kehrte sie zurück nach Deutschland. Von Juli 1946 bis März 1948 arbeitete sie als "Research Analyst" für die Nürnberger Ärzteprozesse.
Wenig später wanderte sie in die USA aus, wo sie seither in unterschiedlichen Bürgerrechtsbewegungen aktiv ist.

In Erlangen wird Hedy Epstein über ihre Recherchearbeiten zu den Nürnberger Ärzteprozessen berichten. Den beschuldigten Ärzten wurde vorgeworfen, medizinische Experimente an KZ-Häftlingen vorgenommen zu haben.

subitoys
"Subitoys"
New toys for a new world!

Spielzeuge erobern die Welt!

 

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so geht revolution
Mittwoch, 9. Juli, 19.00 Uhr, E-Werk-Kino Erlangen:
sneak preview mit Videoclips, Dias und Musik

Donnerstag, 10. Juli, 20.00 Uhr, Kofferfabrik Fürth:
Ausstellungseröffnung auch mit Videoclips, Dias und Musik

Der Ludwigsburger Mediologe Maier sammelt seit langer Zeit Werbeanzeigen, die mit dem Thema Revolution jonglieren, dazu Videoclips von Straßenschlachten, deren Zweck es ist, Produkte an Mann und Frau zu bringen.

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... aus einer fremden und seltsamen welt ...

... und aus nyc: Surveillance Camera Players:

"It´s O.K., officer"
camera players present


waren am 23. Mai 2002 in Nürnberg
Bilder vom "Surveillance Camera Walk" in Nürnberg

Seit vielen Jahren arbeitet eine New Yorker Gruppe, die sich selbst Surveillance Camera Players, frei übersetzt Überwachungskameraspieler" nennen, zu Themen die derzeit auch hierzulande Gegenstand kontroverser Debatten sind. Ihr Arbeitsfeld ist der Einsatz von Videokameras zu Überwachung des öffentlichen Raumes zur Eindämmung von Straftaten und Erhöhung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bürger an vermeintlichen Brennpunkten in innerstädtischen Bereichen.

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Schweinderl auf Abwegen
Büro des Erlanger Vereins zur Förderung alternativer Medien von der Polizei durchsucht

Vier Polizeibeamte und ein Vertreter der Stadt Erlangen fanden sich am Morgen des 20. April beim Büro des Erlanger Vereins zur Förderung alternativer Medien zur Hausdurchsuchung ein. Eine Richterin des Amtsgerichts Erlangen hatte diesen Besuch angeordnet. Als "Beweismittel" wurden drei Plakate beschlagnahmt.
Eins davon hing im Schaufenster und ist nach Ansicht des Erlanger Gerichts Anlass genug um die Büroräume durchstöbern zu lassen.
Bundesweit wurde dieses Plakat der Roten Hilfe verteilt und ausgehangen. Es thematisiert ein Berufsverbot gegen einen Heidelberger Realschullehrer. Die Reaktion der Erlanger Polizei ist allerdings einzigartig - ähnliche Fälle sind bundesweit nicht bekannt.
Unter der Schlagzeile "Das neue Heidelberger Schloss" ist auf dem Poster vor der Kulisse des Heidelberger Schlosses eine Person mit Vorhängeschloss an den Lippen abgebildet. Die Fußzeile ist - auf den ersten Blick - mit einem kleinen Emblem versehen, das dem Wappen von Baden-Württemberg ähnelt. Allerdings vermisst man beim näheren Hinsehen die drei Löwen, diese wurden durch drei Schweine ersetzt. Das sei, behauptet das Erlanger Gericht, strafbar als Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole. Gegen den Vereinsvorstand wird nun ermittelt, ob er diesen Plakatanschlag veranlasst oder gebilligt habe.

Neue Schaufenster-Dekoration

Sonja Brünzels vom Verein zur Förderung alternativer Medien warnt davor, diesen Vorfall auf die leichte Schulter zu nehmen: "Die Richterin hat recht getan. Gerade das Wahrzeichen des bayerischen Freistaates wäre ein willfähriges Objekt. Nicht auszudenken, würde eines Tages die Volkskrone, die im Zentrum des Wappens steht, von Schweinen gehalten, die noch dazu die Zunge herausstrecken."

Inzwischen wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt. Was für den Erlanger Verein nicht überraschend kam. So ganz ernst genommen hat man dort die Anschuldigungen ohnehin nicht.

Wegen Lächerlichkeit wurde das Verfahren nun aber nicht niedergeschlagen. Jedenfalls nicht offiziell. Sondern weil es wahrscheinlich nicht nachweisbar sei - erläutert Bernhard Wankel, Pressesprecher der Nürnberger Justiz - wer für dne Aushang des Plakats verantwortlich ist.


 

 

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